top of page

Wo bin ich geblieben?

6. Sept.
3 Min. Lesezeit

Frau schaut nachdenklich in die Ferne, hält einen Stift und eine Tasse. www.friedpartner.ch, Menopause, Depressionen, Beschwerden, brainfog, HSP, Scanner
Wo bin ich geblieben?

Ich kenne diese Frage nur zu gut. Sie stand in keinem Buch. Sie wurde in dem Moment geboren, in dem ich in den Spiegel schaute und die Antwort nicht mehr wusste.


Ich hatte alles gegeben. Im Job. Für andere. Für meine Familie. Für Menschen, die mich brauchten.


Ich habe geschaut, dass alle ihren Platz fanden. Dass es weiterging. Dass alle arbeiten konnten. Dass niemand zu kurz kam.


Ich war sowas von beschäftigt. Ich war verlässlich. Ich war da. Für alle.

Und dann war plötzlich ich dran. Und mir wurde gekündigt.


Ich stand da und hatte keine Ahnung, was jetzt kommt. Da war diese Frage.

Sie schrie mich buchstäblich an. Sie war unangenehm und ich konnte ihr nicht mehr ausweichen.


Wo bin ich eigentlich geblieben?

Wer bin ich, wenn ich gerade niemanden retten, unterstützen, organisieren oder auffangen muss?

Wer bin ich, wenn es einmal um mich geht?

Und warum fällt es mir so leicht, für alle anderen da zu sein und so schwer, für mich selbst?


Das war der Moment, in dem ich im Laufschritt in Coaching ging.


INHALT



Was wir stattdessen tun

Du kennst die Antwort vielleicht irgendwo tief in dir. Du spürst, dass sie nicht bei den anderen liegt.

Und trotzdem suchst du irgendwo da draussen.


frau sitzt auf einem Steg, www.friedpartner.ch, Menopause, Depressionen, Beschwerden, brainfog, HSP, Scanner
Wo bin ich eigentlich geblieben?

Bei deinen Freundinnen. Bei der nächsten Idee. Beim nächsten Projekt. Bei Yoga. Bei einer neuen Routine. Bei dem, was gerade wieder Sinn machen könnte.


Du machst.

Du planst.

Du organisierst.

Du füllst deine Tage.

Die Frage wird zurückgedrängt, sie hat im Moment keinen Platz.

Wo bin ich geblieben?

Ich kenne das.

Denn irgendwann hatte ich selbst so viel in meinem Leben am Laufen, dass ich gar nicht mehr gemerkt habe, wie wenig Platz für mich übrig war.


Und wenn es still wurde, war diese Stille erst einmal ziemlich unbequem.


Was in dieser Leere wartet

Ich erinnere mich an diese Zeit. Ich wusste immer, was zu tun war. Und plötzlich wusste ich es nicht mehr. Das war schwer auszuhalten.


Also begann ich zuzuhören. Ich konnte nicht mehr ausweichen.

Ich hatte keinen Plan.

Und irgendwann tauchte sie wieder auf.

Eine Frau, die ich fast vergessen hatte.


Mich.

Die Frau hinter all den Rollen. Die Harzdüfte liebt. Die nachts aufwacht, weil ein Wort nicht aus dem Kopf will. Die im Wald stehen kann und staunen wie ein Kind. Die Dinge spürt.

Die neugierig ist. Die manchmal viel zu viele Ideen gleichzeitig hat.


Die lachen kann, bis ihr der Bauch weh tut. Die Veränderung liebt und gleichzeitig weiss, dass sie manchmal unglaublich unbequem ist. Diese Frau war immer da.

Frau sitzt am Schreibtisch, www.friedpartner.ch, Menopause, Depressionen, Beschwerden, brainfog, HSP, Scanner
Wo?

Ich konnte und wollte ihr einfach nicht zuhören.


Wo du geblieben bist

Vielleicht bist du auch nicht weg. Du hast dich um vieles gekümmert. Um deine Kinder. Um deinen Beruf. Um deine Partnerschaft. Um deine Eltern. Um Freunde. Um alles, was so anfällt.


Du hast funktioniert.

Du hast getragen.

Du hast gemacht.


Und irgendwann merkst du:

Ich komme in meinem eigenen Leben gerade ziemlich weit hinten vor.


Vielleicht schaust du in den Spiegel und erkennst dein Gesicht. Aber du fragst dich trotzdem:

Wer ist diese Frau eigentlich geworden?


Die Falten erzählen deine Geschichte. Dein Körper hat Jahre gelebt, geliebt, getragen, gearbeitet und durchgestanden. Vielleicht braucht dein Körper heute etwas anderes. Vielleicht fühlt sich das Yoga von früher plötzlich leer an. Vielleicht sind die Gespräche mit deinen Freundinnen schön und trotzdem fehlt etwas.


Vielleicht hast du vieles erreicht und fragst dich trotzdem:

War es das jetzt?


Frau sitzt im Gras, www.friedpartner.ch, Menopause, Depressionen, Beschwerden, brainfog, HSP, Scanner
Wo bist du?

Ich glaube, genau hier beginnt etwas Interessantes. Denn irgendwann geht es weniger darum, ein neues Leben zu erfinden. Es geht darum, wieder herauszufinden, was in deinem Leben deins ist.


Was dich lebendig macht.

Was dich neugierig macht.

Was dein Herz schneller schlagen lässt.

Was du längst vergessen hast.

Oder vielleicht noch gar nie ausprobiert hast.


Und vielleicht sitzt die Antwort nicht irgendwo da draussen. Vielleicht wartet sie dort, wo du schon lange nicht mehr hingeschaut hast.


In dir.

Wo bist du geblieben?


Vielleicht ist die bessere Frage:

Wann hast du aufgehört, dir selbst zuzuhören?


Und was würde passieren, wenn du heute wieder anfängst? Komm nach innen. Ich bin hier.



Ursina




Kommentare


bottom of page