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Wenn der Boden unter dir schwankt – 7 Erdungstools für neurodivergente Frauen in der Perimenopause

  • 4. Mai
  • 4 Min. Lesezeit
Baumkronen, friedpartner.ch, blogursinafried, Erden, Perimenopause.
Wenn der Boden unter dir schwankt
Schweissnasse Handflächen. Herzrasen. Gedanken, die sich überschlagen – und ein Körper, der sich anfühlt, als gehörte er dir nicht mehr. Wenn du das kennst, bist du nicht allein.

INHALT


Ich kenne dieses Gefühl. Ich kenne es als Frau, die schon immer hochsensibel und vielbegabt ist - ohne es zu wissen.


Ich kenne es als jemand, die funktioniert hat, geplant hat, geführt hat, organisiert hat. Und die irgendwann gemerkt hat: Das Gerüst, das mich gehalten hat, wackelt.


Werkzeuge, riedpartner.ch, blogursinafried, Erden, Perimenopause.
Werkzeuge

Für viele von uns ist genau das das Bild der Perimenopause und Menopause. Nicht nur ein hormonelles Thema. Sondern der Moment, in dem das jahrelange Maskieren plötzlich mehr Kraft kostet als wir haben.



Die Angst, die dann auftaucht, hat evolutionäre Wurzeln. Unser Nervensystem ist darauf ausgelegt, Gefahren zu erkennen – und als neurodivergente Frauen ist unser System oft ohnehin empfindlicher, wacher, stärker stimuliert. Der sinkende Östrogenspiegel verstärkt das zusätzlich. Dopamin, Konzentration, Stimmung – alles gerät ins Wanken.


Das Gute: Es gibt Werkzeuge. Keine Wundermittel. Aber echte, erprobte Techniken, die dir helfen, dich wieder im Hier und Jetzt zu verankern – wenn die Wellen kommen.


Hier sind die 7, die ich immer wieder empfehle – und selbst nutze.

Die 7 Erdungstools


TOOL 01

Die fünf Sinne – Rückkehr in den Körper

Schliess die Augen. Atme dreimal tief ein und aus. Dann frag dich: Was siehst du? Was spürst du? Was hörst du? Was riechst du? Was schmeckst du?


Diese Übung bringt dich sofort aus dem Gedankenkarussell heraus – und zurück in deinen Körper. Für hochsensible Frauen besonders wirksam, weil sie die sensorische Wahrnehmung nutzt statt gegen sie kämpft.

Tipp: Geht überall. Im Büro, im Supermarkt, auf der Toilette. Niemand muss es sehen.

Holzhand hält baum, riedpartner.ch, blogursinafried, Erden, Perimenopause.
Der Ander in der Hand

TOOL 02

Einen Gegenstand halten – der Anker in der Hand

Ein glatter Stein. Ein kleines Objekt, das du magst. Halte es in der Hand und richte deine ganze Aufmerksamkeit darauf: Wie schwer ist es? Wie fühlt sich die Oberfläche an? Ist es kühl oder warm?


Für uns, die wir oft im Kopf leben – in Szenarien, Plänen, worst cases – ist das physische Erleben eines Gegenstandes ein kraftvoller Rückruf in die Gegenwart.

Tipp: Wähle einen Stein, der dir bedeutsam ist. Das macht es persönlicher – und damit wirksamer.

TOOL 03

Erdungsstuhl – das Gewicht abgeben

Setz dich. Wirklich. Nicht auf der Stuhlkante. Spür das Gewicht deines Körpers auf der Sitzfläche. Stell dir vor, alles Schwere – die Gedanken, die Erschöpfung, die Angst – fliesst durch deine Füsse in den Boden.


Viele neurodivergente Frauen tragen permanent Schwere, ohne es zu merken. Diese Übung erinnert dich: Du musst das nicht alleine halten.

Tipp: Zwei Minuten reichen. Auch im Meeting, wenn deine Füße flach auf dem Boden stehen.

TOOL 04

Fragen stellen – Wo bin ich jetzt?

Wenn Angst kommt, verlieren wir uns oft in Vergangenheit oder Zukunft. Frag dich ganz bewusst: Wo bin ich gerade? Welcher Tag ist heute? Welche Jahreszeit? Wie alt bin ich?


Diese simplen Fragen aktivieren den denkenden Teil deines Gehirns – und dämpfen die Amygdala. Noch besser: Schreib die Antworten auf. Schreiben erdet doppelt.

Tipp: Scanner-Persönlichkeiten lieben Journaling sowieso. Hier hat es auch einen therapeutischen Effekt.

TOOL 05

Positive Bewältigungsaussage – mit dir selbst sprechen

Formuliere einen Satz, der zu dir passt. Zum Beispiel: „Ich bin hier. Das wird vorübergehen. Ich habe schon Schwereres gemeistert.“


Sprich ihn laut – oder in Gedanken. Wiederhol ihn, bis du ihn glaubst. Das ist kein Wunschdenken. Das ist Neuroplastizität: Wir können unsere Reaktionsmuster durch Wiederholung verändern.

Tipp: Wähle Worte, die sich echt anfühlen – nicht perfekt. Dein Nervensystem spürt den Unterschied.

TOOL 06

Drei-Minuten-Atemraum – dein innerer Reset

Schritt eins: Beobachte deine Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen – ohne zu urteilen. Schritt zwei: Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Spür, wie sich dein Bauch hebt und senkt.

Schritt drei: Weite dein Bewusstsein auf den ganzen Körper aus – und bleib trotzdem beim Atmen.

Diese Technik aus der Achtsamkeitsforschung ist in drei Minuten wirksam. Für uns, die das Nervensystem chronisch auf Empfang läuft, ist das tägliche Üben kein Luxus – es ist Pflege.

Tipp: Morgens oder abends als Ritual: Das schafft Struktur – und Struktur beruhigt neurodivergente Systeme.


Hand, riedpartner.ch, blogursinafried, Erden, Perimenopause.
Fingeratmung – auch für die Frauen, die Kinder begleiten

TOOL 07

Fingeratmung – auch für die Frauen, die Kinder begleiten

Zeichne mit einem Finger den Umriss deiner anderen Hand nach. Beim Hochgehen eines Fingers: einatmen. Beim Runtergehen: ausatmen. Fünf Finger. Fünf Atemzüge.


Ursprünglich für Kinder entwickelt – aber ehrlich: ich nutze es selbst. Es gibt etwas, das sich kindlich-einfach anfühlt, das uns aus dem Kopf holt. Vielleicht weil wir als Mädchen nie gelernt haben, einfach zu atmen.

Tipp: Perfekt auch, wenn du dein Kind gerade begleitest und selbst kaum Luft hast.

 

Diese Tools sind kein Ersatz für Unterstützung und Begleitung. Das ist mir wichtig zu sagen – als jemand, die lange geglaubt hat, sie müsse alles alleine lösen. Auch als neurodivergente, hochsensible, vielbegabte Frau. Auch mit dreissig Jahren Berufserfahrung - auch ich lasse mich begleiten.


Erdung hilft dir, in den Moment zurückzukehren. Sie löst nicht die Frage, warum du die Hälfte deines Lebens maskiert hast. Sie löst nicht die Erschöpfung der Perimenopause. Und sie ersetzt keine Begleitung – durch andere Frauen, durch Profis, durch Räume, in denen du endlich du sein kannst.


Aber sie gibt dir das zurück, was du gerade brauchst: einen Moment der Ruhe. Einen Atemzug Handlungsfähigkeit. Einen Anfang.

 

Du erkennst dich in diesem Text – und weißt, dass Erdungstools alleine nicht reichen?

Ich begleite Frauen ab 40, die neurodivers und perimenopauseal sind – und die spüren, dass jetzt etwas anders werden darf. Kein Funktionieren mehr. Echtes Leben.


Meld dich für ein erstes Gespräch.


Ursina


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