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Ostara – vielleicht weniger, als du denkst… und genau deshalb so wertvoll

  • 20. März 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. März


Hasenkopf, Illustration von Dominique Ghilardi, friedpartner.ch,Ostara, Ritual, Naturorientiert
Illustration von Dominique Ghilardi

Ostara – vielleicht weniger, als du denkst… und genau deshalb so wertvoll

Vor ein paar Tagen hat mich jemand auf Ostara angesprochen – und ich stand da und dachte:

Hm… gute Frage eigentlich.


Ich wusste: Frühjahrs-Tag-und-Nachtgleiche, Balance von Licht und Dunkel, wird im Wicca gefeiert.

Ich habe es auch immer auf meine eigene, schamanische Art zelebriert. Für mich war es einfach ein wichtiger Punkt im Jahr. Ein Moment zum Innehalten.


Aber so richtig gewusst? Habe ich es nicht.


Und du kennst mich… wenn mich etwas packt, dann tauche ich ein. Also bin ich losgezogen und habe angefangen zu recherchieren. Und ehrlich? Ich bin auf mehr Fragen als Antworten gestossen.


Weisser Hase in gelbem Fell, Friedpartner.ch
Mein Osterhase

Gab es die Göttin Ostara überhaupt?

Viele verbinden Ostara mit einer germanischen Frühlingsgöttin.

Aber wenn man genauer hinschaut, wird es… unklar.


Der Name taucht das erste Mal bei Beda Venerabilis auf. Er schrieb von einem Monat namens „Eosturmonth“, der wohl mit einer Göttin „Eostrae“ verbunden gewesen sein könnte.


Später griff Jacob Grimm das auf und machte daraus „Ostara“.


Das Problem: Es gibt keine klaren Belege, dass diese Göttin wirklich so existiert hat.

Keine Erwähnung in der Edda, keine eindeutigen Quellen.


Was wir heute als „Ostara“ kennen, ist also wahrscheinlich eher eine Mischung aus Interpretation, Sprachentwicklung und moderner Spiritualität.


Und die Kelten?

Auch spannend: Im ursprünglichen keltischen Jahreskreis gab es dieses Fest so gar nicht.


Die Kelten feierten vier grosse Feste:

Samhain, Imbolc, Beltane und Lughnasadh.


Die Tag-und-Nachtgleichen, so wie wir sie heute feiern, kamen erst später dazu.


Das heisst nicht, dass der Frühling keine Bedeutung hatte.

Natürlich hatte er das.


Aber eher verteilt, je nach Region und Klima.

So wie wir hier in der Schweiz auch ganz unterschiedliche Frühlingsbräuche kennen. Zum Beispiel das Sechseläuten oder den Chalandamarz.


Was bedeutet Ostara heute?

Und jetzt kommt der Teil, der mir eigentlich am wichtigsten ist.


Ganz egal, woher der Name kommt oder ob es „historisch korrekt“ ist:

Heute steht diese Zeit für etwas, das wir alle spüren können.


Der Moment, in dem Tag und Nacht gleich lang sind.

Die Natur beginnt sichtbar zu erwachen.

Alles kommt wieder in Bewegung.


Im Wicca steht Ostara für Fruchtbarkeit, Neubeginn und Wachstum.

Im Neo-Druidentum geht es um Balance.

Im Asatrú um Aufbruch und Gemeinschaft.


Und ich?


Ich sehe darin einfach einen Übergang.


Meine Art, damit umzugehen

Für mich sind diese Zeiten wie kleine Checkpoints im Jahr.


Ich halte kurz an und frage mich:

Was ist in mir gewachsen?

Was darf jetzt sichtbar werden?

Und was darf ich loslassen?


Nicht alles, was einmal richtig war, passt auch heute noch.


Und genau das liebe ich an diesen Momenten:

Sie erinnern mich daran, dass Veränderung nichts ist, wogegen man ankämpfen muss.


Sondern etwas, das man bewusst mitgestalten darf.


Und vielleicht ist genau das dein Ostara

Du musst nicht wissen, ob es eine Göttin gab.

Du musst keinem „richtigen“ Ritual folgen.


Du darfst einfach spüren:

Was beginnt gerade in dir?

Was will wachsen?

Wie pflege ich diesen Samen?

Und was hat seine Zeit gehabt?


Du entscheidest, was dieser Moment für dich bedeutet.


Alles Liebe

Ursina 💛






Über die Autorin

Ursina Fried ist Coach mit Herz, Wegbegleiterin und eine feinfühlige Beobachterin von Lebenszyklen und inneren Prozessen. In ihrer Arbeit verbindet sie Intuition mit Wissen aus schamanischen Traditionen, Naturspiritualität und moderner Persönlichkeitsentwicklung.


Sie begleitet Frauen dabei, bei sich anzukommen, Übergänge bewusst zu gestalten und ihren eigenen Rhythmus zu finden. Besonders wichtig ist ihr dabei: Es gibt keinen starren Weg. Jeder Mensch darf seinen eigenen Zugang finden.


Ihre Texte entstehen genau aus diesem Raum – ehrlich, suchend und nah am echten Leben.







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