Brain Fog – zwei Gespräche, zwei Wege, eine Rückverbindung
- 16. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Bullshit.
Das war mein erstes Wort, als mir eine Klientin sagte:
„Man sagt mir, ich soll mich einfach mehr entspannen.“
Brain Fog ist kein Lifestyle-Problem.
Kein bisschen Müdigkeit.
Kein „Du musst halt besser schlafen“.
Brain Fog ist der Moment, in dem du in der Migros stehst und plötzlich Angst bekommst.
Nicht, weil du etwas vergessen hast –
sondern weil du dich fragst, ob mit deinem Kopf etwas nicht stimmt.
Es ist die leise Panik:
Was, wenn das nicht besser wird. Was, wenn das der Anfang von etwas ist – Demenz, Kontrollverlust, Abbau?
Viele Frauen sprechen nicht darüber.
Sie funktionieren weiter.
Und googeln nachts ihre Symptome.
Dieser Blog ist kein Ratgeber.
Er ist ein ehrliches Hinschauen.
Zwei Gespräche mit zwei Frauen.
Zwei Wege.
Und eine gemeinsame Erfahrung:
Brain Fog ist unangenehm. Beängstigend. Und real.

Ein Gespräch – „Ich hatte Angst, dass etwas mit mir nicht stimmt.“
Ursina: Erinnerst du dich an den Moment, in dem du gemerkt hast: Das ist mehr als nur Müdigkeit?
S: Sehr genau. Ich stand in der Migros. Und plötzlich war da Leere. Ich wusste nicht mehr, was ich einkaufen wollte. Nicht für ein paar Sekunden – sondern so, dass in mir Angst aufstieg. Mir wurde ganz anders. Ich dachte: Das ist nicht normal.
Ursina: Was hat dieses Gefühl in dir ausgelöst?
S: Angst. Grauenvolle Angst. Ich habe mich gefragt, ob das der Anfang von etwas Grösserem ist. Demenz. Kontrollverlust. Ob diese Wortfindungsstörungen, diese kleinen Aussetzer nicht besser, sondern schlimmer werden.
Ursina: Was war dein grösster Wunsch, als du zu mir kamst?
S: Beruhigung. Und Wahrheit. Ich wollte wissen, ob ich mir selbst noch trauen kann. Mein Kopf war wie vernebelt – und gleichzeitig Alarm. Wie du treffend gesagt hast: Ein Feueralarm der ständig losgeht obwohl es nicht brennt.
Ursina: Wir haben mit Hypnose ohne Trance gearbeitet – Embrace Mind. Wie hast du das erlebt?
S: Es war ungewohnt still. Aber nicht leer. Zum ersten Mal seit Langem hatte ich nicht das Gefühl, etwas leisten zu müssen. Ich war da. Und meine "Nerven" konnten endlich runterfahren.
In den fünf Sitzungen, verteilt auf zwei Monate, ging es nicht darum, meinen Brain Fog wegzumachen – ich habe Sicherheit aufgebaut. Orientierung. Vertrauen in meinen eigenen Körper.
Ursina: Du hast zwischen den Sitzungen mit Übungen aus der Achtsamkeitsarbeit gearbeitet, u.a. inspiriert von Tara Brach. Was hat dir konkret geholfen?
S: Der 5-Sinne-Check. Wenn die Angst kam, dass mein Kopf „abbaut“, hat mich das sofort ins Jetzt zurückgeholt.
5 Dinge sehen.
4 Dinge fühlen (Kleidung, Boden, Oberfläche).
3 Dinge hören.
2 Dinge riechen.
1 Sache schmecken.
Das gab mir halt. Wahrscheinlich weil ich einTool hatte.
Ursina: Und die Micro-Pause?
S: Drei Minuten, zehn Ausatmungen zählen. So simpel. Ich musste nichts lösen – nur zählen. Das hat meine Angst deutlich gedämpft.
Ursina: Was hat sich verändert?
S: Der Brain Fog kommt ganz selten. Meine Panik ist weg. Ich gehe anders damit um. Gelassener. Und ich schlafe wieder – was ich fast vergessen hatte, wie sich das anfühlt. Schlaf ist wahrscheinlich mein bestes Tool. :-).

Ein weiteres Gespräch – „Ich dachte, ich verliere mich selbst und meinen Verstand.“
Ursina: Dein Weg war ein anderer. Du hast dich für eine Kombination aus schamanischer Seelenarbeit, mentaler Arbeit und Hypnose entschieden. Warum?
R: Weil ich gemerkt habe, dass ich meinem Kopf nicht mehr traue. Ich hatte Angst, dass meine Klarheit Stück für Stück verschwindet. Diese Gedankenaussetzer, das Suchen nach Worten – das hat an meinem ganzen Wesen genagt.
Ursina: Was war emotional am schwierigsten?
R: Das Alleinsein damit. Ich habe es gut kaschiert und überspielt. Innen hatte ich ständig die Frage: Was, wenn das nie mehr aufhört?
Ursina: Wir haben insgesamt sechs Sitzungen gearbeitet. Wann hat sich dein Blatt gewendet?
R: Die schamanische Arbeit. Da ging es nicht um Erklären, sondern um Erinnern. Mein Körper wusste mehr als mein Kopf. Nach diesen Sitzungen wurde mein Geist ruhiger. Und ich war so skeptisch.
Ursina: Viele verbinden schamanische Arbeit mit etwas Abgehobenem. Wie hast du es erlebt?
R: Erdend. Sehr körperlich. Ich war danach präsenter. Und diese Präsenz hat den Brain Fog verändert.
Die mentale Arbeit half mir, meine Katastrophengedanken zu erkennen. Die Hypnose hat alles integriert – sehr sanft und doch sehr bestimmt. Auch da war ich skeptisch. Du hast mir einen Satz mitgegeben: Warum bis du dann hier, wenn du es nicht wolltest?
Ursina: Und körperlich?
R: Meine Schmerzen – besonders im Zusammenhang mit den Wechseljahren – sind verschwunden. Nicht langsam, sondern spürbar. Und mein Schlaf wurde tiefer. Ruhiger. Als hätte mein System endlich Entwarnung bekommen. Der Feueralarm ist aus. Danke.

Was beide Wege verbindet
Zwei Frauen. Zwei Ansätze.
Und doch dieselbe Essenz:
Brain Fog ist kein Feind.
Er ist ein Signal.
Kein Zeichen von Schwäche, sondern von Überlastung – oft eines Nervensystems, das zu lange durchhalten musste.
Was geholfen hat, war nicht noch mehr Disziplin.
Sondern Rückverbindung.
Präsenz.
Ein Raum, in dem nichts optimiert werden musste.
und jetzt...
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst –
wenn dein Kopf oft müde ist, obwohl du genug schläfst,
wenn du funktionierst, aber dich nicht wirklich lebendig fühlst –
vielleicht musst du nichts reparieren.
Vielleicht darfst du dich erinnern.
Klarheit entsteht nicht durch Druck.
Sondern durch Sicherheit.
Und manchmal beginnt sie genau dort,
wo du für drei Minuten alles beiseite legst
und einfach zehn Ausatmungen zählst.
Ursina
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